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Raumklima-LangzeitmessungZur Durchführung der Langzeitmessung des Raumklimas wird ein elektronischer Datenspeicher (5x8x15 cm) im zu untersuchenden Raum aufgestellt. Entsprechend der Aufgabenstellung können die Raum-, Wandoberflächen- und Außentemperatur, sowie die absolute und davon abgeleitete relative Luftfeuchtigkeit gemessen und registriert werden. Werden die aktuellen Messwerte alle 5 min (optimal) abgerufen, beträgt der Zeitraum der Aufzeichnung 11 Tage. Das Messintervall kann beliebig geändert werden.Die Kurvenverläufe in der Grafischen Darstellung der Messwerte (Bild 1) geben lückenlosen Aufschluss über die tatsächlichen Klimabedingungen. Ohne diese Langzeitmessung ist eine zuverlässige Beurteilung der Sachverhalte nur sehr eingeschränkt möglich. Das betrifft insbesondere:
Eine wesentliche Aussage der Langzeitmessung ist der Nachweis von Kondenswasserbildung. Berührt die magenta-farbene Kurve (Wandoberflächentemperatur) die grüne Taupunktkurve, so kommt es am untersuchten Bauteil zur Kondenswasserbildung. Mit zunehmendem Unterlaufen der grünen Kurve durch die magenta-farbene Kurve, nimmt die Tauwasserbildung zu. Wiederholen sich diese Vorgänge über mehrere Tage, kann Schimmelpilzbildung die Folge sein. Aus der Raumtemperatur und der relativen Luftfeuchte kann für einzelne Ereignisse errechnet werden, wann und unter welchen Bedingungen die relative Luftfeuchtigkeit an der gefährdeten Bauteiloberfläche 80% erreicht und damit bereits erste Voraussetzungen für eine Schimmelpilzbildung ohne das direkte Auftreten von freiem Wasser vorliegen. Am Bauwerk gibt es keine stationären Temperaturzustände. Insbesondere in der kalten Jahreszeit führen wechselnde Heizleistung, schwankende Außentemperaturen und Sonneneinstrahlung zu einem sich ständig ändernden Wärmefluss durch die Gebäudehülle. Es kommt zu einer Phasenverschiebung der Temperaturwelle durch das Bauteil. Bei für Wohngebäude üblichen Außenwandkonstruktionen kann es 4 bis 12 Stunden dauern (teilweise auch mehr), bis die Temperaturveränderung auf der einen Seite des Bauteils die andere erreicht (Bild 2). Soll die wärmedämmende Wirkung eines Bauteils bestimmt werden und man ist nur auf Temperaturmessungen angewiesen, ist das aus der Momentsituation nur mit größter Fehlerbehaftung möglich. Angenäherte Werte für eine U-Wert Bestimmung können der Grafik einer Langzeitmessung entnommen werden. Vorraussetzung für eine zulässige Abschätzung ist das Vorhandensein von Bereichen mit über Stunden annähernd konstanter Temperatur. Bei der Bestimmung der in die Berechnung eingehenden Außentemperatur ist eine Phasenverschiebung > 6 Stunden zu berücksichtigen. Da die Wandoberflächentemperatur der Innentemperatur relativ schnell folgt, ist dieser Wert leichter zu bestimmen. Werden nun die Temperaturgrößen in angemessenen Grenzen variiert, sollte das Ergebnis der U-Wertberechnung ebenfalls ein, den realen Wert beinhaltendes, Intervall umfassen. Je konstanter die Temperaturen, desto genauer ist das Ergebnis. Ebenso kann der Temperaturfaktor ƒRSI bestimmt werden. Insbesondere für Berechnungen zur Bauteilbewertung im Zusammenhang mit der Ursachenermittlung von Schimmelpilzbildung ist der Temperaturfaktor gemäß den Anforderungen der DIN 4108-2 - Juli 2003 - ein wichtiger Bewertungsmaßstab. Ein weiteres Einsatzgebiet der Langzeitmessung ist die Bestimmung von Raumtemperaturen in Abhängigkeit von der zur Verfügung stehenden Heizleistung. Entsprechende Problemstellungen treten meist im Mietverhältnis auf. Wenn der Mieter behauptet, die Wohnung wird nicht ausreichend warm, obwohl die Heizkörperventile geöffnet sind, lässt sich dieser Sachverhalt einfach prüfen. Raumtemperatur, Vorlauf- und Heizkörpertemperatur werden ca. eine Stunde oder länger gemessen. Wenn die Raumtemperatur danach nicht den erforderlichen Wert erreicht, liegt ein technisches Problem vor. In den überwiegenden Fällen der Praxis wird aber eine angemessene Raumtemperatur erreicht. Behauptet nun der Mieter, dass wäre kein Dauerzustand, liefert die Langzeitmessung eindeutige Ergebnisse, die oftmals bei gleichbleibender Vorlauftemperatur eine sinkende Heizkörpertemperatur nachweisen – das Heizkörperventil wird in Abwesenheit des Gutachters herunter geregelt. Eine andere Situation lag vor, als eine Mieterin ein ständiges Abkühlen des Heizkörpers bemängelte. Da dieser Effekt während der Untersuchung nicht auftrat, wurde eine Langzeitmessung durchgeführt. Im Ergebnis zeigte sich, dass in der Regelstation zur Verteilung der Heizwärme ein Fehler vorlag. In Abständen von 1,5-2 Stunden wurde die Heizwärmezufuhr unterbrochen (Bild 3).
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